Cannabis Sativa

Bei Cannabis Sativa, auch als gewöhnlicher oder echter Hanf bezeichnet, handelt es sich um eine krautige, einjährig blühende Heil- und Nutzpflanze, die zur Familie der Hanfgewächse gehört und eine von drei Cannabis-Arten darstellt.

Cannabis-Arten

Weltweit existieren unzählige verschiedene Cannabis-Sorten, die sich in ihren Eigenschaften hinsichtlich Wuchsform, Geschmack, Ertrag und Wirkung unterscheiden. Dennoch gehören sie doch alle der Cannabaceae Familie an und lassen sich einer der drei Hauptgattungen zuordnen:

Diese Sorten haben in verschiedenen Klimazonen ihren Ursprung; es lassen sich Unterschiede in Aussehen, Blühsystem, Wachstum, Lebensraum, Geschmack und Wirkung feststellen.

Reine Sorten findet man allerdings selten, denn Züchter versuchen die besten Eigenschaften aller Arten in neuen Sorten zu verschmelzen, dem sogenannten Hybrid Cannabis.

Physische Erscheinung

Die Cannabis Sativa Pflanze wächst zwischen 2 und 4 Meter heran; unter optimalen Bedingungen kann diese bis zu 5 Meter Höhe erreichen und ist damit die größte der drei Cannabis-Arten. Üppige Erträge sind das Ergebnis solch enormen Wachstums. Diese Exemplare weisen aber auch, je nach Sorte, eine längere Blütezeit als die Cannabis Indica auf.

Die Pflanze wirkt schlaksig mit losen Ästen. Die Blätter der Sativa sind oftmals hell, lang und ähneln schlanken Fingern; sie sind viel schmaler als die Blätter anderer Arten – die stereotype Darstellung eines Cannabis Blattes zeigt die C. Sativa.

Systematik

Innerhalb der Cannabis-Art Sativa wird von manchen Forschern zwischen zwei Varietäten unterschieden:

  • Kultur-Hanf (Cannabis sativa L. var. sativa)
  • Wild-Hanf (Cannabis sativa var. spontanea Vav.)

Die Sativa blüht nach etwa 16 Wochen; im Gegensatz zu dem schneller blühenden Indischen Hanf, welcher mit einer durchschnittlichen Blütezeit von 6 bis 8 Wochen etwa doppelt so schnell ist. Trotzdem kann unter Umständen die kombinierte Wachstums- und Blüteperiode bis zu sechs Monate andauern. Sie wächst in der Blütezeit in vielen Fällen sogar um 200 bis 300 %. Die Cannabis-Pflanze stirbt nach ihrer Blütezeit ab.

Verwendung

Die Cannabis Sativa wird nicht nur zum Zwecke des Drogenkonsums angebaut, sondern findet auch weitreichende Anwendung in der Medizin. Zudem wird es unter anderem als Vogelfutter, zum Kochen (zB Hanfsamenöl) und zur Faserherstellung verwendet.

Als Rauschmittel

Nach dem Trocknen der Blütentrauben und kleinen Blätter der weiblichen Cannabis-Pflanze, wird Marihuana bzw. umgangssprachlich Weed oder Gras konsumiert. Das extrahierte Harz wird zu Haschisch verarbeitet. Die Cannabisart Sativa weist eine aufputschende und größere psychedelische Wirkung auf als die Cannabis Indica, die eine eher sedierende Wirkung hervorbringt. Der THC-Gehalt der Sativa, (der psychoaktive Wirkstoff) ist in der Regel viel höher als bei anderen Arten.

Als Arzneimittel

Obwohl die Sativa zwar einen geringeren CBD-Gehalt als die Indica aufweist, findet diese Art Anwendung bei vielen gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen. Sie reduziert – wie der Indische Hanf (chronische) Schmerzen und Krämpfe, verursacht eine Muskelentspannung, wirkt entzündungshemmend und schafft bei Migräne und Depression Abhilfe. Sie wird von vielen Betroffenen als Angst- und Stressreduzierer hoch geschätzt. Außerdem kann diese als Appetitanreger nach Chemotherapien, HIV/AIDS-Behandlungen bzw. bei Übelkeit wirksam eingesetzt werden. Forscher berichten von der erfolgreichen Behandlung des Glaukoms und Verringerung des Augeninnendrucks.[1][2][3][4]

Als Nahrungsmittel

Aus der Hanfnuss wird das sogenannte Hanföl gewonnen und gilt als sehr nahrhaftes Lebensmittel. Das Öl und die Nuss enthalten mehr als 90 % der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Hanfsamen, die für den menschlichen Verzehr produziert wurden, besitzen einen hohen Anteil an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten. Ein hoher Ballaststoff-Anteil sowie verschiedene wertvolle Vitamine und Mineralien gehören zu den Inhaltsstoffen des Hanfs.

Wirkung

Der gewöhnliche bzw. echte Hanf ist dafür bekannt, einen, verglichen mit dem Indischen Hanf, sehr hohen THC bei relativ niedrigem CBD-Gehalt zu besitzen. Diese generiert daher einen spürbaren Rausch, auch „high“ genannt. Das Stimulanz ruft oftmals einen energetischen, inspirierenden Zustand hervor; die Effekte werden als kreativ und fröhlich beschrieben. Manche Nutzer sprechen sogar von psychedelischen, halluzinogenen Erfahrungen. Anders als bei der Cannabis Indica, die oft Schläfrigkeit hervorruft, fördert die Sativa die Aufmerksamkeit und wirkt in vielen Fällen fokussierend. Der Konsum von C. Sativa kann eine Linderung von Depressionen sowie ein Ausgleich von Antriebsstörungen hervorrufen.

Typische Effekte der Cannabis Sativa sind tendenziell zusammenfassend folgende:

  • „zerebraler Rausch“ ist kennzeichnend
  • steigert Kreativität und wirkt inspirierend
  • verleiht Energie
  • reduziert Übelkeit
  • fördert die Konzentration und Wachsamkeit
  • wirkt appetitanregend

Umfassende Erläuterungen zu dem Thema Wirkungsweise und Anwendungsgebiete der Cannabis-Pflanze sind unter dem Eintrag Cannabis zu finden.

Vorkommen

Ursprünglich stammt der gewöhnliche Hanf aus Ländern rund um den Äquator, wie Thailand, Indonesien, Kolumbien oder Jamaika. Die Pflanze muss dort, aufgrund der kurzen Lichtperioden und der dichten Vegetation, um das Sonnenlicht kämpfen – dies erklärt die enorme Größe von zwei bis vier Metern (in Ausnahmefällen sogar mehr).

Heutzutage lässt sich der Hanf nahezu weltweit in gemäßigten bis tropischen Zonen finden (sowohl kultiviert als auch verwildert). Aufgrund der jahrhundertelangen Verbreitung durch den Menschen ist das natürliche Ausbreitungsgebiet nicht mehr genau einzugrenzen.

Unterschiede zwischen  Sativa und Indica

Bei den beiden Cannabis-Arten Indica und Sativa gibt es in rechtlicher Hinsicht keinerlei Unterschiede. Die Praxis zeigt allerdings, dass die beiden, sei es in ihrer Wirkung, dem physischen Erscheinungsbild oder dem Wachstumsmuster stark voneinander abweichen. Die Unterschiede zwischen diesen Pflanzenarten lassen sich insbesondere darauf zurückführen, dass Cannabis die Fähigkeit besitzt, sich an viele verschiedene Umweltbedingungen anpassen zu können.

Nachstehend sind in aller Kürze die markanten Unterschiede der Sorte Cannabis Indica und Cannabis Sativa aufgelistet:

Herkunft

Während die Sorte C. Sativa aus äquatorialen Regionen, wie Thailand, dem südlichen Indien, Mexiko oder Jamaika kommt, geht man davon aus, dass C. Indica aus Zentralasien und dem indischen Subkontinent stammt (Afghanistan, Pakistan, nördliches Indien, Nepal, etc).

Physische Erscheinung

Die Blüten der Sativas weisen einen weniger markanten Geruch auf als die der Indicas; in der Regel werden die erstgenannten auch größer, obwohl sie in getrocknetem Zustand häufig leichter sind (der Grund liegt in ihrer geringeren Dichte). Indicas weisen dichte, schwere sowie duftende Buds (Blüten) auf und wirken als Pflanze sehr kompakt und stämmig.

Blütezeit

Ein großer Unterschied der beiden Arten liegt in der Dauer ihrer Blütezeit: Sativas brauchen zwischen 60 und 90 Tage bis sie ausgeblüht sind; Indicas hingegen blühen für gewöhnlich schneller (etwa 45 bis 60 Tage).

Größe

Die Sativa-Sorte, also der Gewöhnliche Hanf hat sich an die Umweltbedingungen tropischer Regionen so gut angepasst (die Tage sind in den Tropen gewöhnlich kurz), dass die Pflanze wächst und gleichzeitig blüht. Das Höhenwachstum setzt sich bei dieser Art auch während der Blütezeit fort; es steigert sich in vielen Fällen um 200 bis 300 %, teilweise auch noch mehr. Obwohl der Indische Hanf (Indica) relativ rasch in die Höhe wächst, gerät das Wachstum normalerweise nicht außer Kontrolle. Während der Blüte steigert die Pflanze ihre Größe um 50 bis 100 %.

Wirkung

Der typische „High“-Effekt wird beim Konsum der Sativa verspürt: Kreativität, Energie und eine psychedelische Wirkung sind bezeichnend. Die Wirkung der Indica wird häufig mit dem charakteristischen „stoned“-Gefühl beschrieben; es bedeutet, dass diese Sorte hauptsächlich körperlich gespürt wird. Sowohl körperlich aber auch geistig wirkt es entspannend, in höheren Dosen einschläfernd.

Hybrid Cannabis

Neue hochpotente Sorten mit einer speziellen Genetik und den bestmöglichen Eigenschaften zu züchten, ist das Ziel von vielen Cannabis-Bauern. Durch selektive Kreuzung von mehreren Cannabis-Arten lassen sich die besten Eigenschaften zusammenführen: hier spricht man von sogenannten Hybriden.

Obwohl die drei Cannabisarten Sativa, Indica und Ruderalis unterschiedlichen Cannabisfamilien angehören, lassen sich alle untereinander kreuzen. Medizinisches Potential, hoher THC-Gehalt, das Vermögen unter speziellen Anbaubedingungen zu gedeihen sind nur wenige der angestrebten Merkmale.

Dies bedeutet, dass es mittlerweile viele Sorten gibt, welche die Merkmale mehrerer Familien besitzen. Dadurch findet man starke und potente Hybriden, bei denen nicht nur die Wirkung oder die Erträge gesteigert werden konnten, sondern die auch eine Robustheit und mangelnde Anfälligkeit für Krankheiten aufweisen. Tatsächlich handelt es sich bei der Mehrheit der heute am Markt vertretenen Cannabis-Sorten, um Hybride.

Weblinks

Einzelnachweise

[1] NTP Toxicology and Carcinogenesis Studies of 1-Trans-Delta(9)-Tetrahydrocannabinol (CAS No. 1972-08-3) in F344 Rats and B6C3F1 Mice (Gavage Studies). In: National Toxicology Program technical report series. Band 446, November 1996, S. 1–317, ISSN 0888-8051. PMID 12594529.

[2] M. Guzmán, M. J. Duarte, C. Blázquez, J. Ravina, M. C. Rosa, I. Galve-Roperh, C. Sánchez, G. Velasco, L. González-Feria: A pilot clinical study of Delta9-tetrahydrocannabinol in patients with recurrent glioblastoma multiforme. In: British journal of cancer. Band 95, Nummer 2, Juli 2006, S. 197–203, ISSN 0007-0920. doi:10.1038/sj.bjc.6603236. PMID 16804518. PMC 2360617 (freier Volltext).

[3] cannabis-med.org: Clinical Studies and Case Reports


Weitere Begriffserklärungen: