Headshop

Unter Headshop (bzw. Head Shop) versteht man ein Geschäft das sich auf den Verkauf von Artikeln und Zubehör rund um den Konsum von Cannabis und Tabak spezialisiert hat.

Diese Art von Läden sind nicht mit Smartshops oder Growshops zu verwechseln. Obwohl in der Praxis oftmals eine Überschneidung stattfindet, handelt es sich um drei unterschiedliche Shoparten. Aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen gibt es länderspezifische Unterschiede!

Produkte und Zubehör

Je nach Land und dessen Gesetzeslage finden sich neben Raucherbedarfsartikel und -zubehör auch Dosier- und Wiegeartikel sowie Verstauungs- und Aufbewahrungslösungen im Sortiment. Ferner verkaufen viele Head Shops auch entsprechend bedruckte Kleidungsstücke sowie Musik. So werden unter anderem spezifischer folgende Waren angeboten:

  • Wasser- und Tabakpfeifen
  • Vaporizer
  • Bongs
  • Rauchzubehör
    • Grinder
    • Aschenbecher
    • Feuerzeuge & Torches
    • Bauschalen & Trays
    • Dreh- & Stopfhilfen
    • Longpapers
  • Filter & Siebe
    • Filtertips
    • Aktivkohlefilter
  • Accessoires zur Verarbeitung
    • zur Extraktion
    • zum Pressen
  • Verpackung & Lagerung
    • Digitalwaagen
    • Boxen, Dosen, Taschen
    • Geruchsneutralisation
  • Accessoires zur Reinigung
    • Bürsten
    • Reinigungsmittel
  • Dekoration
    • psychedelisch-wirkende Poster
    • psychedelische Kunst
  • einschlägige Bücher und Zeitschriften
  • Reggae-Musik
  • bedruckte Kleidung

Entstehung

Die Anfänge von Headshops gehen vermeintlich auf die Hippie-Kultur in San Francisco in den 1960er Jahren zurück. Viele Geschäfte entwickelten sich aus unabhängig geführten Poster- oder Kerzenläden, insbesondere in den Städten mit einer hohen Konzentration von Studenten. Amerikanische Shops am St. Mark’s Place im East Village von New York City, in West Los Angeles, in San Franciscos Stadtteil Haight-Ashbury und in Chicagos Altstadt sind für die Ausbreitung von Head Shops weltweit nahmhaft zu machen.

Quellen sprechen von einem Psychedelic Shop in der Haight Street in San Francisco der als erster Headshop in den USA gilt. Ron Thelin, ein Veteran von der US Army eröffnete diesen Anfang Jänner 1966 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder. Vier Monate später gründete Jeff Glick im Osten der USA, in der East Ninth Street in New York City den „Head Shop“. Schon bald verteilten sich diese Geschäfte über die ganze USA. In den Jahren zwischen 1968 und 1975 dienten diese Art von Läden, besonders in den Vereinigten Staaten von Amerika, als wichtiger Absatzmarkt für Underground-Zeitungen. Im Mai 1968 wurde von Der von Paul-Gerhard Hübsch der Heidi-loves-you-Shop in Frankfurt am Main gegründet und galt als der erste seiner Art in Deutschland. Nach einer Razzia wurde der Shop allerdings bereits wenige Monate nach Eröffnung wieder geschlossen.

Die Popularität schwand schließlich mit der Alterung dieser Generation sowie dem Verkaufsverbot von Drogenutensilien an vielen Orten in der Mitte der 1970er Jahre. Auch das Vertriebsnetz für Underground-Comics und Zeitschriften trocknete damit weitgehend aus. Nicht zuletzt aufgrund der Entdeckung und der Vereinnahmung von gewissen Produkten der Marktnische von Head Shops durch den Einzelhandel-Mainstream führte zu einem großen Rückgang von Headshops, vor allem in den USA.

Rechtliche Lage

Stand: Dezember 2017
Headshops sind in Deutschland und Österreich legal, solange die Drogen selbst dort nicht verkauft werden. In einigen anderen Ländern Europas wird allerdings auch das untersagt. Zum Beispiel in Frankreich ist es verboten, Feinwaagen oder Artikel mit einem Hanfblattaufdruck anzubieten.

Im Jahr 2016 wurde die Anzahl der Head- und Growshops in Deutschland auf 313 geschätzt. In Österreich waren es 73 und in der Schweiz 33.

Weblinks


Weitere Begriffserklärungen: