Tetrahydrocannabinol

Bei Tetrahydrocannabinol (THC) handelt es sich um eine psychoaktive Substanz, die zu den Cannabinoiden zählt. Es ist das bekannteste sowie am reichlichsten vorhandene Cannabinoid in Cannabis (Haschisch, Marihuana) und gleichzeitig der Hauptwirkstoff dessen.

Der Amerikaner Roger Adams identifizierte Cannabidiol (CBD) aus der Hanfpflanze und bestimmte so die Verbindung zu THC. Im Jahr 1964 wurde THC erstmals in reiner Form von den beiden Wissenschaftlern Yehiel Gaoni und Raphael Mechoulam in Israel isoliert.

Pharmakologie: So wirkt THC

Das sogenannte Endocannabinoid-System erfüllt im menschlichen Körper wichtige Schutzfunktionen, so wirkt es etwa Stress entgegen oder hilft verschiedenste Vorgänge zu regeln: man spricht von körpereigenen Botenstoffen. Dieses System umfasst unterschiedliche Cannabinoid-Rezeptoren; von diesen existieren zwei Haupttypen: die CB1- und CB2-Rezeptoren. Das CB1 liegt hauptsächlich im zentralen sowie peripheren Nervensystem und steuert unter anderem Glücksgefühle, Entspannung sowie das Schmerzempfinden. CB2-Rezeptoren erfüllen eine wichtige Funktion für das Immunsystem.

Stoffe aus der Hanfpflanze, wie beispielsweise die Substanzen THC und CBD docken an diese Rezeptoren an, interagieren mit und wirken folglich auf diese.

THC-Gehalt in Cannabis

Der THC-Gehalt schwankt je nach Pflanzensorte stark. Die unbefruchteten Blütenstände beinhalten am meisten THC, in der restlichen Pflanze findet sich nur ein sehr geringer Anteil wobei in den Pflanzensamen gar kein THC enthalten ist.

THC-Gehalt in Marihuana

Handelt es sich um Marihuana, so geht man von einer Wirkstoffspanne von 2 bis 20 % aus, wobei bei bestimmten Cannabissorten sogar Werte von über 25 % (unter Bestbedingungen) möglich sind. Bei medizinischem Cannabis in Deutschland bewegen sich die THC-Werte zwischen unter einem und bis zu 22 %.

THC-Gehalt in Haschisch

Haschisch ist gepresstes Harz aus der Hanfpflanze, das entweder geraucht oder, in Fett gelöst, in Getränken und Speisen verwendet wird. Man geht von einem Extraktgehalt von durchschnittlich 20 % aus. Einzelne Sorten kommen auf einen Wirkstoffanteil von über 30 %.

THC-Gehalt in Haschischöl

Das mit Lösungsmitteln aus der Hanfpflanze extrahierte Öl wird entweder verdampft, geraucht, pur oder gemeinsam mit Tabak vermischt, auf Papier geträufelt und gelutscht oder zur Zubereitung von Getränken und Speisen verwendet. Hanföl erreicht einen THC-Gehalt von bis zu 80 %.

Konsum

THC kann auf unterschiedlichste Weisen konsumiert werden. Das Rauchen von Haschisch oder Marihuana pur oder gemischt mit Tabak gilt als die häufigste Konsumform von THC. Neben Joints wird auch von speziellem Rauchzubehör wie Pfeifen, Wasserpfeifen oder Bongs Gebrauch gemacht. THC kann allerdings auch mithilfe eines Vaporizers verdampft und inhaliert werden.

Ein Konsum findet auch oftmals durch die Nahrungsmittelaufnahme statt. Speisen, wie zB Muffins, Kuchen etc. aber auch Getränke, die THC-haltig sind, wirken häufig stärker als eine vergleichbare Dosis, die geraucht wird. Wird THC über die Nahrung aufgenommen, wird das THC im Magen und oberen Darmbereich absorbiert; dann gelangt es in die Leber und von dort wird es schließlich in das Gehirn transportiert. Hier muss von einer Verzögerung der Wirkung von bis zu vier Stunden ausgegangen werden.

Wirkung

Beim Konsum von Cannabis werden Teile des Gehirns stimuliert, was die Freisetzung des Hormons Dopamin verursacht und wiederum zu unterschiedlichsten Befinden führen kann. Das breite Spektrum an psychischen Effekten ist sehr charakteristisch für die Wirkung von THC in Cannabis. Die partielle Unvorhersehbarkeit der Wirkung ist nicht irrelevant und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Diese sind unter anderem folgende:

  • Konsumform (rauchen, essen)
  • Technik des Konsums (Tiefe  der Inhalation)
  • Konsummenge
  • THC-Gehalt
  • Konsumerfahrung (erstmaliger oder häufiger Konsum)
  • Situation des Konsums
  • psychische Befindlichkeit

Mögliche Rauschwirkungen lassen sich in unmittelbar auftretende psychische sowie in sofortige körperliche Wirkungen unterteilen.

Psychische Wirkungen

  • Momentane Gefühlslage wird verstärkt (sowohl traurig als auch fröhlich)
  • Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit wird beeinrächtigt
  • Logisches Denken wird beeinträchtigt
  • Rede- und Lachdrang wird erhöht
  • Entspannung
  • Wahrnehmung wird verändert (Zeiterleben, Intensität von Farben)

Körperliche Wirkungen

  • Erhöhung von Pulsfrequenz und Blutdruck
  • Heißhunger, Mundtrockenheit
  • Erweiterte Pupillen

Die Wirkmechanismen von THC sind nicht lückenlos geklärt.

Durchschnittlich halten die Effekte etwa zwei Stunden an und treten einige Minuten bis wenige Stunden nach der Einnahme auf (abhängig von der Aufnahmeform). Psychomotorische Beeinträchtigungen können fortbestehen, nachdem ein mögliches wahrgenommenes Hoch bereits vorüber ist.[1]

Risiken

Ob und inwiefern THC gefährlich bzw. gesundheitsgefährdend ist, lässt sich nicht pauschal beantworten bzw. haben viele Faktoren Einfluss darauf. Unter anderem hängen die nachfolgend aufgelisteten Risiken stark davon ab, in welcher sozialen Umgebung sich der Konsument befindet, wie alt dieser ist, die persönliche Verfassung sowie sind nicht zuletzt Menge, Häufigkeit sowie Gründe des Konsums relevant.

Unfallgefahr
Da die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt ist, muss unter Einfluss von Cannabis mit einer erhöhten Unfallgefahr gerechnet werden.

Mischkonsum
Durchaus zu unberechenbaren Wirkungen kann es kommen, wenn man Cannabis gemeinsam mit Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen konsumiert.

Seelische Störungen
Hat jemand eine Veranlagung zu seelischen Störungen (beispielsweise Schizophrenie), kann der Konsum von THC den Ausbruch dessen begünstigen.

Gesundheitliche Schädigungen
Wird Cannabis geraucht, besteht ein erhöhtes Krebsrisiko sowie eine Schädigung von Lunge und den Atemwegen.

Strafrechtliche Folgen
Bei THC handelt es sich (unter anderem in Deutschland und Österreich) um eine illegale Substanz; beim Konsum ist deshalb mit strafrechtlichen Folgen zu rechnen.

Überdosierung
Obwohl es nahezu unmöglich ist, an einer Überdosis THC zu sterben (bis dato wurde kein einziger Todesfall vermerkt), kann es bei übermäßigem Cannabis-Konsum, zu unangenehmen Wirkungen kommen.

Wirkungen bei Überdosierung

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Panik, Angst, Paranoia
  • Beeinträchtigung der Konzentration
  • Beeinträchtigung der Motorik
  • uvm.

Langfristige Folgen

Die Forschung brachte hinsichtlich psychischen, sozialen und körperlichen Risiken von langfristig und häufigem Cannabis-Konsum häufig widersprechende Ergebnisse hervor. Eine Vielzahl möglicher langfristiger Folgen wurde untersucht. Folgende gelten bislang als bekannt:

Körperliche Folgen

  • Beeinträchtigung der Lungenfunktion
  • Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit (u.a. Konzentration, Aufmerksamkeit, Erinnerungsvermögen)

Gravierende Hirnschäden wie diese bei Alkohol hinreichend bekannt sind, werden durch Cannabis-Konsum nicht verursacht.  Die Auswirkungen des Konsums in der Schwangerschaft sowie auf das Neugeborene sind jedenfalls umstritten. Es fehlen eindeutige Belege aus der Forschung, welchen Einfluss Cannabis auf das Hormon- und Immunsystem hat.

Psychische und soziale Folgen

Die Forschung geht davon aus, dass Cannabis, besonders bei hohen THC-Dosen psychotische Symptome auslösen kann. In der Regel sind diese nach einigen Tagen wieder verschwunden. Eine eigenständige „Cannabispsychose“ konnte allerdings nicht belegt werden. Vielmehr geht man von der Annahme aus, dass bei anfälligen Cannabis-Konsumenten, eine bis dahin verborgene psychotische Erkrankung eher zum Ausbruch kommt, als bei Abstinenten.

Desweiteren können allgemeine Rückzugstendenzen mit dem Konsum einhergehen. In dem Zusammenhang, dass Betroffene den Aufgaben des Alltags gleichgültig gegenüber stehen, spricht man von dem „Amotivationalen Syndrom“. Diese eindimensionale Ursache-Wirkung-Beziehung Annahme gilt heute allerdings als nicht mehr haltbar. Vielmehr sind zur Erklärung des Gemütszustands die Eigenschaften der Person zu identifizieren.[2][3][4]

Cannabisabhängigkeit

Eine Cannabisabhängigkeit zeigt sich in dem erfolglosem Versuch, den Konsum zu reduzieren oder völlig einzustellen. Regelmäßiges Konsumieren kann zu einer psychischen sowie einer milden körperlichen Abhängigkeit führen. Während die körperliche Abhängigkeit bei weitem nicht so intensiv ausgeprägt ist wie beispielsweise bei Alkohol oder Opiaten, kann die psychische Abhängigkeit durchaus stark ausgeprägt sein. Äußere Anzeichen für eine Abhängigkeit lassen sich nicht feststellen.

Es kommt stark darauf an, in welchem Maße die psychosozialen Risikofaktoren vorliegen. So kann jemand mehr oder weniger gefährdet sein, eine (Cannabis-)Abhängigkeit zu entwickeln. Dies bedeutet, dass das Grundproblem in vielen Fällen nicht an der Wirkung der Substanz liegt, sondern vielmehr in der psychischen Problematik begründet ist. Der frühe Einstieg in den Konsum von Cannabis, Zigaretten und Alkohol, gilt als nicht irrelevanter Risikofaktor, eine Abhängigkeit zu entwickeln.[5]

Unter dem sogenannten Begriff „Einstiegsdroge“ wurde Cannabis lange kontrovers diskutiert. Cannabis wurde dafür verantwortlich gemacht, dass fast alle Heroinabhängige früher Cannabis-Konsumenten waren. Umgekehrt trifft das allerdings nicht auf Cannabis-Konsumenten zu: nur ein minimaler Teil dieser steigt auf andere Drogen um.

Toxizität

An Mäusen und Rhesusaffen wurde eine mögliche Toxizität von THC getestet. Studien kamen zu dem Ergebnis, dass bei Mäusen die letale (tödliche) Dosis von reinem THC im Fall intravenöser Gabe bei 42 mg je Kilogramm Körpergewicht; bei oraler Einnahme jedoch bei 482 mg je Kilogramm Körpergewicht liegt; beim Rhesusaffen tritt der Tod durch Atemstillstand und Herzversagen nach intravenöser Gabe von 128 mg/kg Körpergewicht ein.[6]

So würde Hochrechnungen zufolge, eine 70 kg schwere Person nach oralem Konsum von 10,5 g THC mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % sterben. Diese Menge lässt sich in einer Menge von rund 70 bis 130 g Cannabis mit einem THC-Gehalt von 8 bis 15 % finden. Andere Forscher gehen von einer letalen, also tödlichen Dosis von etwas über 4 Gramm aus.[7] Aufgrund der Tatsache, dass die Lunge nur etwa 20 % und der Darm etwa 6 % des Wirkstoff THC aufnehmen kann,[8] geht man davon aus, dass es praktisch unmöglich ist, letale Mengen an THC – bei Aufnahme von natürlichem Cannabis – zuzuführen. Diese Werte sind weder durch Rauchen noch durch Essen oder Getränke von Cannabis erreichbar.

Die hochgerechnete erforderliche Menge, damit eine tödliche Wirkung von THC beim Menschen auftritt, liegt um etwa den Faktor 1000 über der gewohnten Konsummenge.  So ist bis dato beim Mensch kein Fall verzeichnet, in dem eine Überdosis an Cannabis einen tödlichen Ausgang hatte.[9]

Abbau von THC

Innerhalb von wenigen Stunden wird THC über den Darm, die Niere sowie über die Leber abgebaut. Dadurch, dass THC schwer wasser- allerdings dafür gut fettlöslich ist, werden die Reststoffe im körpereigenen Fettgewebe eingelagert und können dadurch länger nachgewiesen werden.

Nachweiszeiten

Besonders im Rahmen von Verkehrskontrollen oder betriebsärztlichen Untersuchungen hat die Nachweiszeit von THC Bedeutung. Für solche oder ähnliche Überprüfungen finden vor allem folgende zwei Werte Berücksichtigung:

  • Aktiver THC-Wert (Delta-9 THC)
  • THC Abbaustoffe (THC-COOH)

Der aktive Wert gibt Auskunft darüber, wie lange der letzte Konsum von THC zurückliegt. Anhand des zweit genannten Werts, der auch als passiver Wert bekannt ist, lässt sich auf die Häufigkeit des Konsums schließen. Die Abbauprodukte entstehen durch die Metabolisierung (Verstoffwechselung) von THC durch den menschlichen Organismus. Da es sich um eine lipophile, also fettlösliche Substanz handelt, lagern sich die Abbauprodukte im Körperfett ab.

Die körperliche Konstitution sowie der individuelle Stoffwechsel spielen in Hinblick auf die Nachweiszeit eine bedeutende Rolle. Pauschale Aussagen lassen sich daher nicht tätigen. Grundsätzlich lässt sich allerdings sagen, dass der aktive THC-Wert je nach Konsumform, Stärke und Häufigkeit mindestens 7 Stunden bis einige Tage nachweisbar ist. Bei Abbauprodukten sind es mindestens drei Tage bzw. einige Wochen; mitunter bis zu mehreren Monaten.

Mit den dafür vorgesehenen Tests können 0,5 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) THC sowie 0,5 Nanogramm pro Milliliter des Stoffwechselproduktes (THC-COOH) im Blut nachgewiesen werden.

Der Abbau der beiden Werte THC (aktiver Wert) und THC-COOH (Abbauprodukte) ist nicht linear, es muss also von großen Unterschieden zwischen Menschen ausgegangen werden. Daher ist es auch möglich, dass nach deutlich längeren Abstinenzzeiten noch positive Nachweise erfolgen.[10][11]

In der nachstehenden Übersicht lassen sich die durchschnittlichen Nachweiszeiten im Blut und Urin des aktiven Werts sowie der Abbauprodukte finden. Wie bereits erwähnt, gibt es hier Unterschiede bei erstmalig und regelmäßigem Konsum.

Hinweis: Diese Angaben sind ohne Gewähr!

THC Konsum erstmaligTHC Konsum
regelmäßig
THC-COOH Konsum erstmaligTHC-COOH Konsum
regelmäßig
Bluttest7 – 12 Stundenbis 27 Stunden3 – 7 Tageeinige Wochen
Urintest3 – 5 Tage4 – 6 Wochen

Medizinische Anwendung

THC findet sich auch in verschiedensten Arzneimitteln wieder. In Deutschland etwa wird die Wirksamkeit von THC für die Behandlung von Glaukomen und Autoimmunerkrankungen, (z.B. Multipler Sklerose, Morbus Crohn) erprobt. In Amerika sind THC-haltige Arzneimittel zur Therapie von Anorexie (Magersucht) und Kachexie (Abmagerung) bei AIDS zugelassen.

Eine Studie an der Medizinischen Hochschule in Hannover kam zu dem Ergebnis, dass Tics bei Tourette-Syndrom-Betroffenen durch die Behandlung mit THC wirksam reduziert werden.[12]

Für die Behandlung von Schmerzen, die durch eine Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems verursacht wurden, Spasmen bei multipler Sklerose sowie zur Linderung von Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen bei Krebs- und AIDS-Erkrankungen wurde ein Arzneimittel mit den pflanzlichen Wirkstoffen THC und CBD in Österreich, Großbritannien und Kanada zugelassen. Weitere Behandlungsgebiete von THC sind noch in der klinischen Erprobungsphase.[13][14]

Unabhängig von der Zulassung von THC als Arzneimittel wird einer Studie zufolge diesem Wirkstoff noch weitere Effekte mit therapeutischem Potenzial zugeschrieben; diese sind unter anderem:

  • wirkt appetitanregend
  • enzündungsbedingte Schmerzen werden gelindert
  • Spastizität wird gelindert
  • Übelkeit und Erbrechen wird gelindert
  • Augeninnendruck wird gesenkt
  • Schlaf wird erleichtert
  • appetitanregende Wirkung wird erzeugt
  • Ausbreitung von Krebszellen wird gehemmt[15]

Rechtliche Situation

Stand: Dezember 2017
In Deutschland sind der Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis illegal und somit strafbar. Für wissenschaftliche oder andere im öffentlichen Interesse liegende Zwecke kann eine Sonder-Genehmigung erteilt werden. Landwirte dürfen gewisse Faserhanf-Sorten (mit stark reduziertem THC-Gehalt) anbauen. Wie bereits oben beschrieben, gibt es seit dem Jahr 2009 gewisse Ausnahmegenehmigungen für die medizinische Verwendung von Cannabis.

Seit März 2017 ist es schwerkranken PatientInnen unter gewissen Voraussetzungen erlaubt, Cannabis als Medikament zu nutzen – beispielsweise gegen Schmerzen, gegen Übelkeit bei Krebs und Multipler Sklerose. Die Krankenkassen tragen die Kosten, der Arzt verordnet die Hanfblüten. Es wird allerdings vorausgesetzt, dass bei den schwerkranken PatientInnen bislang jede andere Therapie versagt hat.

In dem ausführlichen Artikel „Medizinisches Cannabis: Die wichtigsten Änderungen“ des deutschen Ärzteblattes können Informationen hinsichtlich der Verordnung, Kostenübernahme, Indikationen, Cannabis-Sorten und vieles mehr über medizinisches Cannabis nachgelesen werden.

In Österreich ist es strafbar Cannabis zu erwerben, zu besitzen, zu konsumieren, zu erzeugen, es auszuführen sowie einem anderen zu überlassen. Cannabis unterliegt den Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes.

Ebenso fällt in der Schweiz Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz und ist demnach illegal. Liegt der THC-Gehalt von Cannabidiol-Produkten unter 1 %, so ist es nicht dem Betäubungsmittelgesetz, sondern dem Lebensmittelgesetz (Tabakverordnung) unterstellt.

Weblinks

Einzelnachweise

[1] Roger G. Pertwee: Pharmacological and therapeutic targets for Δ9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol. In: Euphytica. Band 140, Nr. 1–2, 2004, S. 73–82

[2] J. A. McLaren, E. Silins, D. Hutchinson, R. P. Mattick, W. Hall: Assessing evidence for a causal link between cannabis and psychosis: a review of cohort studies. In: The International journal on drug policy. Band 21, Nummer 1, Januar 2010, S. 10–19, doi:10.1016/j.drugpo.2009.09.001. PMID 19783132 (Review).

[3] S. Minozzi, M. Davoli, A. M. Bargagli, L. Amato, S. Vecchi, C. A. Perucci: An overview of systematic reviews on cannabis and psychosis: discussing apparently conflicting results. In: Drug and alcohol review. Band 29, Nummer 3, Mai 2010, S. 304–317, doi:10.1111/j.1465-3362.2009.00132.x. PMID 20565524.

[4] T. H. Moore, S. Zammit, A. Lingford-Hughes, T. R. Barnes, P. B. Jones, M. Burke, G. Lewis: Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review. In: Lancet. Band 370, Nummer 9584, Juli 2007, S. 319–328, doi:10.1016/S0140-6736(07)61162-3.

[5] U. Bonnet, N. Scherbaum: Evidenzbasierte Behandlung der Cannabisabhängigkeit, Deutsches Ärzteblatt, Dezember 2005

[6] Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist: Biogene Gifte. Akademie-Verlag, Berlin 1988, Letale Dosen von THC bei Maus und Rhesusaffe, S. 65 f.

[7] Lester Grinspoon, James B. Bakalar: Marihuana, die verbotene Medizin. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-86150-060-4.

[8] Gabriel G. Nahas: Toxicology and pharmacology of cannabis sativa with special reference to Δ 9-THC. In: Bulletin on Narcotics. Band 24, Nr. 2, 1972, S. 11–27.

[9] J. Michael Walker, Susan M. Huang: Cannabinoid analgesia. In: Pharmacology & Therapeutics. Band 95, Nr. 2, 2002, S. 127–135, doi:10.1016/S0163-7258(02)00252-8: „…to date, there are no deaths known to have resulted from overdose of cannabis. (S. 128)“

[10] Grotenhermen F. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of cannabinoids. Clin Pharmacokin 2002, in press

[11] Coleman DE Baselt RC. Efficacy of two commercial products for altering urine drug test results. J Toxicol Clin Toxicol (1997) 35(6):637-642

[12] K. R. Müller-Vahl u. a.: Delta 9-tetrahydrocannabinol (THC) is effective in the treatment of tics in Tourette syndrome: a 6-week randomized trial. In: J Clin Psychiatry. 2003. PMID 12716250.

[13] Fünfundzwanzigste Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (BGBl. 2011 I S. 821)

[14] Sativex® approved in Germany for the treatment of spasticity due to Multiple Sclerosis. (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive) GW-Pharmaceuticals, 26. Mai 2011, abgerufen am 10. Dezember 2017.

[15] Roger G. Pertwee: Pharmacological and therapeutic targets for Δ9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol. In: Euphytica. Band 140, Nr. 1–2, 2004, S. 73–82, doi:10.1007/s10681-004-4756-9


Weitere Begriffserklärungen: